Bei zwei Rettungseinsätzen wurden 131 Personen gerettet. Unter ihnen befand sich eine bewusstlose Person, die nicht wiederbelebt werden konnte.
Einsatzbericht 7/2026 der Ocean Viking – 131 Menschen gerettet
Heimatland
Rettungsdatum
Alter


Die Besatzung der Ocean Viking hat bei zwei Rettungseinsätzen am 12. und 13. Mai 131 Menschen gerettet. Unter ihnen befand sich eine Person, die bewusstlos an Bord eines der in Not geratenen Boote aufgefunden wurde und trotz der sofortigen Versorgung durch unser medizinisches Team nicht wiederbelebt werden konnte.
12. Mai 2026
Heute Morgen hat die Ocean Viking 75 Menschen von einem überfüllten Boot gerettet. Der Fall wurde von Sea Bird entdeckt und von Alarm Phone gemeldet.
Alle Überlebenden sind nun sicher an Bord. Sie verbrachten fünf Tage und vier Nächte auf See. Einige von ihnen litten unter schwerer Dehydrierung.
Während die Ocean Viking Kurs auf das in Not geratene Boot nahm, reagierte auch der Tanker MV KILBURN und blieb über Nacht bei dem Boot. Trotz widersprüchlicher Anweisungen der maltesischen Behörden kam der Tanker seiner Pflicht nach.
Dieselben Behörden koordinierten sich in keiner Weise mit unserer Crew und nahmen auch keinen Kontakt zu uns auf. Die 75 Menschen sind nur dank der Bemühungen unseres Rettungsschiffes und des Handelsschiffes MV KILBURN am Leben.
Die Überlebenden wurden von den zuständigen Behörden fünf Tage lang auf See zurückgelassen, während Rettungskräfte wie Sea-Watch e.V. von Einheiten der EU-finanzierten libyschen Küstenwachen beschossen und bedroht werden.

13. Mai 2026
Am Morgen des 13. Mai rettete die Ocean Viking in der libyschen SRR 56 Menschen aus einem überfüllten Boot in Seenot. Eine Person war leblos. Er wurde an Bord gebracht und unser medizinisches Team leistete Erste Hilfe. Leider wurde er kurz darauf für tot erklärt.
Alle Überlebenden befinden sich nun sicher an Bord und werden versorgt. Mehrere litten unter Unterkühlung.
Laut Aussagen der Überlebenden war die verstorbene Person in Libyen körperlicher Gewalt ausgesetzt und vor der Rettung bereits seit Stunden bewusstlos gewesen.
Immer wieder durchleben Menschen in Libyen solche Gewalt. Ein weiterer Todesfall im Jahr 2026: der tödlichste Jahresbeginn, der jemals im Mittelmeer verzeichnet wurde. Währenddessen arbeiten die EU-Staaten mit den libyschen Küstenwachen zusammen und zwingen Menschen zurück in die Gewalt.

18. Mai 2026
Am Morgen des 18. Mai gingen die 131 Menschen, die von der Ocean Viking gerettet wurden, sicher in Ravenna an Land.
Am Pier gedachte die Crew der Person, die diesen Einsatz nicht mehr erlebt hat. Er wurde kurz nach seiner Ankunft an Bord für tot erklärt. Überlebende berichteten, dass er bereits in Libyen schwerer Gewalt ausgesetzt worden war. Wir sind in Gedanken bei seiner Familie und seinen Liebsten.
Die 131 Überlebenden waren am 12. und 13. Mai in zwei Einsätzen aus der libyschen Such- und Rettungsregion evakuiert worden, nach Tagen auf See, ohne ausreichend Nahrung und Wasser. Der zugewiesene sichere Hafen Ravenna lag 1.350 Kilometer vom Einsatzgebiet entfernt.
Der Tod des Mannes steht nicht allein: 2026 ist der tödlichste Jahresbeginn, der je im zentralen Mittelmeer verzeichnet wurde. Es sind vermeidbare Tode, das Ergebnis politischer Entscheidungen, die weiterhin Menschenleben kosten.
Fotocredit : Mathieu Golinvaux
& Marie Tihon / SOS MEDITERRANEE
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