Zeugenaussage von Anne, Ärztin an Bord der Ocean Viking.
Anne: "Das Eintreffen der Ocean Viking entschied über Leben und Tod”
Anne
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Bericht von Anne, Ärztin an Bord der Ocean Viking. Am 17. Januar half sie bei der Evakuierung von 44 Personen, die zuvor vom Handelsschiff SIDER gerettet worden waren. Mehrere von ihnen befanden sich in einem kritischen Zustand - trotz aller Bemühungen war die Besatzung der SIDER schlicht nicht dafür ausgerüstet, 44 Personen medizinisch zu versorgen. Anne berichtet, wie unser Team die Evakuierung organisiert hat, insbesondere der Aktivierung eines medizinischen Notfallplans für Massenunfälle (MCP)
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Am 17. Januar 2026 evakuierte die Ocean Viking 44 Menschen vom Handelsschiff “Sider”. Der Kapitän hatte unsere Hilfe angefordert, nachdem er einen Notruf an sämtliche Behörden gesendet hatte. Seine Hilferufe wurden ignoriert und blieben unbeantwortet – obwohl der Kapitän in seinem Notruf eindeutig erklärte, dass sein Schiff nicht über die Mittel verfüge, um den Menschen an Bord angemessen zu helfen. Als die Ocean Viking eintraf, hatten die Überlebenden bereits drei Tage auf einem seeuntüchtigen Glasfaserboot und zweieinhalb Tage auf dem Handelsschiff verbracht.
Unsere Ärztin Anne wurde zum Einsatzort gerufen, um die sehr schwierige Situation zu beurteilen, mit der unser Rettungsteam an Bord der “Sider” konfrontiert war. Hier ist ihr Bericht über die Ereignisse:
“Am 17. Januar wurden wir gebeten, die Evakuierung von 44 Menschen zu unterstützen - siewaren zuvor vom Handelsschiff „Sider“ aus Seenot gerettet worden. Genauere Informationen zu ihrem gesundheitlichen Zustand hatten wir nicht. Wir wussten lediglich, dass sie erschöpft und krank waren und dringend Notfallversorgung benötigten.
Kurz nach dem Betreten der MV Sider meldete sich der Leiter unseres SAR-Teams über Funk. Er sagte, die Lage sei komplex: Viele stark geschwächte Menschen lägen auf Deck, und es werde dringend eine Ärztin benötigt. Als ich ankam, sah ich, wie kritisch die Lage war. Alle lagen auf dem blanken Deck. Einige waren bewusstlos, andere rangen nach Luft. Sie schrien um Hilfe, bettelten um Wasser und klammerten sich an unsere Beine.
Ich führte sofort eine schnelle Triage durch, überprüfte den Bewusstseinszustand und beurteilte den Schweregrad der Dehydrierung und der Atembeschwerden. Mehrere Personen mussten auf Tragen evakuiert werden. Sie litten unter schwerer Dehydrierung mit Hypernatriämie, einem gefährlich hohen Natriumspiegel im Blut, der neurologische Symptome wie Verwirrtheit, Bewusstseinsstörungen, Krämpfe, Gehstörungen und in einem Fall Krampfanfälle verursachte. Der Massennotfallplan wurde aktiviert.
Wir halfen den Menschen aus ihren nassen Kleidern, wickelten sie in Rettungsdecken und setzten sie in eine halbsitzende Position. Wir halfen ihnen, langsam Wasser und orale Rehydrationssalze zu trinken, während wir sie beruhigten und sie beim Atmen anleiteten.
Die meisten erholten sich innerhalb einer Stunde. Die Situation war aber weitaus schockierender gewesen, als wir erwartet hatten. Es war erschreckend, doch mit ganz einfacher Hilfe – Wasser, Beruhigung und Stabilisierung – konnten sie sich erholen. Wären wir nur ein paar Stunden später angekommen, hätten wir vermutlich Menschen angetroffen, die dem Tod näher gewesen wären als dem Leben. Das rechtzeitige Eintreffen der Ocean Viking entschied über Leben und Tod.
Bild: Tess Barthes / SOS MEDITERRANEE
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